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Soziale Beziehungen in heterogenen Lerngruppen

Im Forschungsprojekt „Soziale Beziehungen in heterogenen Lerngruppen“ beschäftigen wir uns mit einem zentralen Aspekt schulischer Inklusion: der sozialen Partizipation von Schülerinnen und Schülern in inklusiven Klassen. In diesen Klassen wird der Unterricht an allgemeinen Schulen für eine heterogene Schülerschaft gemeinsam erteilt, darunter auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die soziale Partizipation aller Schülerinnen und Schüler ist ein wichtiges Ziel schulischer Inklusion und soll die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben fördern. In unserem Forschungsprojekt wird in wissenschaftlichen Untersuchungen überprüft, ob Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Klassen sozial integriert sind und von welchen Faktoren die soziale Partizipation der Schülerinnen und Schüler abhängt. Soziale Partizipation verstehen wir als das Eingebunden sein in unterrichtliche und außerunterrichtliche Tätigkeiten in der Schule und als Akzeptanz eines Kindes durch seine Mitschülerinnen und Mitschüler. Wesentlich ist auch, wie die Schülerinnen und Schüler selber ihre soziale Partizipation in der Klasse wahrnehmen. In unseren Untersuchungen gehen wir empirisch vor, d. h. wir erheben Daten, die zur Beantwortung von Fragestellungen quantitativ ausgewertet werden.

Die soziale Akzeptanz wird in unseren Untersuchungen durch soziometrische Befragungen erfasst. Soziometrische Befragungen sind eine Methode, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts von dem österreichisch-amerikanischen Forscher J. L. Moreno entwickelt wurden. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren – das auch wir in unseren Untersuchungen verwenden – ist das Nominierungsverfahren. Die Kinder einer Klasse werden dabei gefragt, mit wem aus der Klasse sie bestimmte Tätigkeiten (z. B. in der Pause spielen oder eine Gruppenaufgabe bearbeiten) gerne machen würden und mit welchen Kindern nicht. Dabei können sie so viele Mitschülerinnen und Mitschüler nennen wie sie möchten. Diese Nennungen ermöglichen es, für jedes Kind einen individuellen Wahlstatus und Ablehnungsstatus zu errechnen. Der Wahlstatus spiegelt wider, wie häufig das Kind von seinen Klassenkameraden als Partner für die verschiedenen Aktivitäten genannt wurde. Er ist also ein Maß für die Beliebtheit des Kindes in der Klasse. Der Ablehnungsstatus zeigt an, wie häufig das Kind bei den Fragen danach, mit wem man bestimmte Tätigkeiten nicht machen möchte, genannt wurde. Er spiegelt also wider, wie stark ein Kind in seiner Klasse ausgegrenzt wird. Durch diese Herangehensweise wird insbesondere die Perspektive der Mitschülerinnen und Mitschüler berücksichtigt. Neben den soziometrischen Angaben zur sozialen Akzeptanz der Kinder, wird in Teilstichproben auch die von den Schülerinnen und Schülern selbst eingeschätzte soziale Partizipation erfasst, also wie sehr sich die Kinder in der Klasse durch ihre Peers akzeptiert und eingebunden fühlen.

Auch wird der Frage nachgegangen, von welchen Merkmalen  der Schülerinnen und Schüler (z. B. Soziale Kompetenz, Migrationshintergrund), Lehrkräfte (z. B. Bezugsnormorientierung) und Klassen (Klassenklima, Klassenkomposition) eine gelungene soziale Integration abhängt. So sollen Ansatzpunkte zur Förderung der sozialen Partizipation aller Kinder in der Klasse gefunden werden.

 

Innerhalb dieses Forschungsprojekts untersuchen wir u. a. die folgenden Fragestellungen:

  • Wie ist die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Klassen?
  • Steht die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern in einem Zusammenhang mit ihrer sozialen Kompetenz?
  • Welche Rolle spielt die Klassenzusammensetzung für die soziale Partizipation von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf oder Kindern mit Migrationshintergrund?
  • Welche soziometrischen Fragen und Kennwerte eignen sich um die soziale Akzeptanz in der Schulklasse zu erfassen?
  • Wie gut können Lehrkräfte die soziale Akzeptanz ihrer Schülerinnen und Schüler einschätzen?
  • Lassen sich verschiedene Dimensionen sozialer Partizipation trennen (Sympathie, Kompetenz, Macht)?

 

Beteiligte Personen

  • Prof. Dr. Heinrich Tröster
  • Dipl.-Psych. Stefanie Krawinkel (geb. Brimmers)
  • Dr. Sarah Lange
  • Dr. Anna Südkamp
  • Dr. Sylvia Mira Wolf

 



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Kontakt

 

Ansprechpartner:

 

Prof. Dr. Heinrich Tröster

Tel: +49 231 755 4588

 

 

Stefanie Krawinkel, Dipl.-Psych.

Tel: +49 231 755 6508

 

 

Dr. Sarah Lange

Tel: +49 231 755 5582

 

 

Dr. Anna Südkamp

Tel: +49 231 755 6570

Fakultät Rehabilitationswissenschaften

Rehabilitationspsychologie

Emil-Figge-Str. 50

44221 Dortmund