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Belastungen von alleinerziehenden Müttern

Eine hohe Belastung der Eltern gefährdet nicht nur ihre psychische Stabilität, sondern stellt auch ein Risikofaktor Belastungsbild Elternfür die Entwicklung der Kinder dar. Eltern, die unter einer hohen Belastung stehen, sind nicht nur in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt, es fällt ihnen auch schwer, ihren Aufgaben in der Erziehung und Betreuung des Kindes gerecht zu werden. Eine frühzeitige Entdeckung von Gefährdungslagen aufgrund einer hohen elterlichen Belastung eröffnet somit die Chance, durch eine gezielte Unterstützung der Eltern und der Familie einer Beeinträchtigung der Eltern-Kind-Interaktion entgegenzuwirken und einer Gefährdung der kindlichen Entwicklung vorzubeugen.

Teresa Mann hat ihre Masterarbeit zum Belastungserleben alleinerziehender Mütter geschrieben. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Heinrich Tröster und Dr. Sarah Lange betreut. Im Forschungsprojekt wurden mittels eines Online-Fragebogens persönliche Erfahrungen und Einstellungen von alleinerziehenden Müttern erfasst, um Belastungsprofile zu erstellen und Merkmale einer Risikogruppe zu identifizieren. Hierzu wurde neben weiteren standardisierten Verfahren das Eltern-Belastungs-Inventar (EBI; Tröster, 2011) verwendet. Weitere Informationen zum EBI finden Sie hier.

Stichprobe der Untersuchung

 Der Elternfragebogen für Alleinerziehende wurde von insgesamt 923 alleinerziehenden Müttern ausgefüllt, welche in einem Durchschnittsalter von etwa 38 Jahren waren (M = 38.37 Jahre, SD = 7.05 Jahre). 27.7% von ihnen waren jünger als 35 Jahre alt, fast die Hälfte befand sich in einem Alter von 35 bis 44 Jahren (48.3%) und 23% waren 45 Jahre oder älter.

Abbildung_ArbeitsstundenDie meisten Mütter waren deutscher Nationalität (90%), 4.6% kamen aus der Schweiz und 2.2% aus Österreich (andere Nationalität: 2.3%, fehlende Angaben zur Nationalität: 0.9%).

Als höchsten Bildungsabschluss gaben 43.7% einen Fach- oder Hochschulabschluss an, 24.2% hatten das (Fach-) Abitur und 23.1% einen Realschulabschluss. 4.6% von ihnen erlangten einen Hauptschulabschluss und 0.5% gaben an, keinen Abschluss zu haben (sonstiger Abschluss: 3.5%, fehlende Angaben zum Bildungsabschluss: 0.5%).

Fast Dreiviertel der alleinerziehenden Mütter waren berufstätig (72.8%) mit einer durchschnittlichen Arbeitsstundenzahl von 31.74 in der Woche (SD = 7.78 Stunden/Woche). Die Verteilung der Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche ist der Abbildung 1 zu entnehmen. Es ist zu sehen, dass 10.9% der berufstätigen alleinerziehenden Mütter unter 20 Stunden in der Woche arbeiten, über die Hälfte von ihnen sind zwischen 20 und 34 Stunden wöchentlich berufstätig (53.6%) und 40.1% arbeiten 35 Stunden oder mehr. 8.9% der alleinerziehenden Mütter gaben an, arbeitslos zu sein, 8.5% blieben als Hausfrau zu Hause oder waren in Mutterschutz/Elternzeit und 5.3% befanden sich ein einer Aus- oder Weiterbildung oder in einem Studium (sonstige Beschäftigungssituation: 2.7%, fehlende Angaben zur Beschäftigungssituation: 0.7%).

Abbildung_Familienstand

Im Fragebogen wurden die alleinerziehenden Mütter nach ihrem aktuellen Familienstand befragt. Wie der Abbildung 3 zu entnehmen ist, gaben ungefähr die Hälfte von ihnen an ledig zu sein (51.8%), 32.7% waren geschieden (M = 4.69 Jahren, SD = 4.22 Jahre, n = 302), 11.6% lebten derzeit getrennt von ihrem Partner (M = 2.38 Jahre, SD = 1.87 Jahre, n = 107) und 2.2% waren verwitwet (M = 5.12 Jahre, SD = 4.53 Jahre, n = 20) (fehlende Angaben zum Familienstand: 1.1%). Ein Fünftel der alleinerziehenden Mütter lebten in einer neuen Partnerschaft (20.7%) und insgesamt 5.4% lebten mit ihrem neuen Partner in einem gemeinsamen Haushalt. Die teilnehmenden Mütter waren seit durchschnittlich 5.39 Jahren alleinerziehend (SD = 3.96 Jahre). 23.5% hatten gar keinen Kontakt mehr zum Vater ihres Kindes / ihrer Kinder, 24.2% selten, 26.5% gelegentlich und 22.3% häufigen Kontakt (fehlende Angaben zum Kontakt zum Ex-Partner: 3.5%). Das Verhältnis zum Ex-Partner bezeichneten 5.3% als sehr gut, 26% als eher gut, 32.6% als eher schlecht und 31.9% als sehr schlecht (fehlende Angaben zum Verhältnis zum Ex-Partner: 4.2%).

Tab._Merkmale_Kinder_alleinerziehend

Die teilnehmenden Mütter machten Angaben zum Alter, Geschlecht, Behinderung und zur Wohnsituation ihrer Kinder. Durchschnittlich hatten die Mütter 1.54 Kinder (SD = .80 Kinder). Der Großteil von ihnen hatte ein Kind (60.5%), 28.9% zwei Kinder und 10.6% von ihnen drei oder mehr Kinder. 20% der alleinerziehenden Mütter gaben an, dass sie mindestens eines ihrer Kinder eine Behinderung, eine psychische Beeinträchtigung oder eine chronischen Krankheit hat. In Tabelle 1 sind die Verteilungen der Merkmale Alter (in Jahren), Geschlecht und Behinderung jeweils für die Kinder 1 bis 6 zu entnehmen.

 

Die befragten Mütter wurden darum gebeten anzugeben, welche Unterstützungsmaßnahmen sie regelmäßig in Anspruch nehmen (vgl. Tabelle 2). Hierbei wurden interne, externe und therapeutische Unterstützungen unterschieden. Unter den internen Unterstützungen wurden größtenteils die Familie (60%) und Freunde (31%) genannt, aber auch der Vater des Kindes / der Kinder (19.5%) oder der neue Partner (11.2%). 22% der Mütter gaben an, keine interne Unterstützung zu erhalten. Zu den externen Unterstützungsinstanzen zählten Therapieangebote, welche 36.3% der alleinerziehenden Mütter in Anspruch nahmen, Unterstützung durch eine Kinderbetreuung (31.9%) oder auch im Haushalt (9%) (Keine externe Unterstützung: 39.2%). Die therapeutische Unterstützung wurde noch einmal spezifischer erfragt, wobei 28.7% berichteten, eine Psychotherapie zu besuchen, 21.8% erhielten Unterstützung durch eine Erziehungsberatungsstelle, 6.4% fanden Unterstützung in Selbsthilfegruppen und 5.4% in Elterntrainings. Die Mehrheit erhielt keine therapeutische Unterstützung (63.7%).

Tab_Unterstützung_alleinerziehend



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Kontakt

Ansprechpartnerin:

Teresa Mann, B.A.

 

Betreuung:

Prof. Dr. Heinrich Tröster

Tel: +49 231 755 4588

 

Dr. Sarah Lange

Tel: +49 231 755 5582

 

 

 

Fakultät Rehabilitationswissenschaften

Rehabilitationspsychologie

Emil-Figge-Str. 50

44221 Dortmund