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Barrierefreies e-Learning

Warum muss e-Learning barrierefrei sein?

Mit Beschluss der Einführung von e-Learning als unterstützendes Element der Lehre der Fakultät Rehabilitationswissenschaften wurde explizit der Anspruch auf Barrierefreiheit der e-Learning-Maßnahmen definiert. Abgesehen von der reinen Profession der Fakultät spielten aber noch weitere Faktoren bei der Entscheidung, e-Learning barrierefrei umzusetzen, eine Rolle:

 

  • Forschung: Wie kann e-Learning barrierefrei betrieben werden? Diese Frage ist insbesondere durch den häufigen Einsatz multimedialer Inhalte in e-Learning-Kursen relevant. Ein Video, welches dem Betrachter bspw. größtenteils optisch beschreibt, wie ein bestimmtes Gerät zu bedienen ist, ist für blinde Kursteilnehmer nahezu nutzlos. Sie müssen die Information über eine äquivalente Form erhalten, z.B. durch eine akustische Deskription des im Film dargestellten Sachverhalts.
  • Teilhabe von Studierenden mit Behinderung: Vor dem Hintergrund, dass  Deutschlandweit etwa 15 % der Studierenden behindert oder chronisch krank sind, (Quelle: 16. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks), ist es notwendig, Bildung ohne Barrieren bereit zu stellen, um niemanden davon auszuschließen.
  • Studierenden die Möglichkeiten technisch gestützter Bildung aufzeigen: Welche Möglichkeiten - sowohl didaktisch aber auch darüber hinaus - bietet e-Learning Lernenden und Lehrenden?
  • Vermittlung spezifischer Kompetenzen, z.B. für Studierende von Lehramtsstudiengängen: Die Kompetenzen, die Studierende im Rahmen von e-Learning-Kursen in ihrem Studium erlangen, können sie selber in späteren Lehrtätigkeiten auf Basis von e-Learning anwenden. So wird z.B. geklärt, wie ein Online-Kurs etwa durch multimediale Inhalte didaktisch ansprechend und gleichzeitig barrierefrei erstellt werden kann.

 

 

Was ist Barrierefreiheit?

Barrierefrei nach § 4 des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes (BGG) sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Gestaltete Lebensbereiche sind dabei nicht nur Gebäude und bauliche Infrastrukturen, sondern eben auch andere gestaltete Bereiche, wie beispielsweise Internetseiten und informationstechnische Einrichtungen, zu denen auch e-Learning zählt. E-Learning muss demnach ebenso barrierefrei sein, damit Menschen mit Beeinträchtigung diese Technik für sich nutzen können.

 

Die barrierefreie Gestaltung ist Grundvoraussetzung dafür, das e-Learning von Menschen mit Beeinträchtigung genutzt werden kann. Diese nutzen Informations- und Kommunikationstechnologie ebenso häufig wie Menschen ohne Behinderungen. Allerdings müssen die Prinzipien der Barrierefreiheit bei der Gestaltung berücksichtigt werden:

 Prinzip

Erläuterung

Beispiel

Wahrnehmbarkeit

Alle Inhalte, gleich ob Bild, Ton oder Video, müssen für alle Nutzerinnen und Nutzer wahrnehmbar sein. Menschen, bei denen eine Sinnesbehinderung vorliegt, benötigen entsprechende äquivalente Inhalte. Stellen Sie Ihre Materialien daher immer für die Aufnahme über 2 Sinneskanäle zur Verfügung, beispielsweise visuell und auditiv.

So können Studierende ein Bildelement sowohl visuell betrachten oder sich durch textliche Äquivalente auditiv erläutern lassen.

Bedienbarkeit

Nicht alle Menschen bedienen Computer mit einer Standardtastatur und -maus. Insbesondere Menschen mit einer motorischen Behinderung arbeiten am Computer häufig mit alternativen Eingabegeräten. Achten Sie daher darauf, Ihre Inhalte zu strukturieren und mit Formatvorlagen zu formatieren, um die Navigation mit alternativen Eingabegeräten zu erleichtern.

Verständlichkeit

Der Aspekte der Verständlichkeit umfasst neben dem Verstehen der Inhalte auch das Verstehen der Bedienung, des Umgangs mit und die Nutzbarkeit von Informationstechnik. Bezogen auf  e-Learning bedeutet dies, dass sämtliche Inhalte für alle Nutzerinnen und Nutzer verständlich sein sollten. Zur Unterstützung der Verständlichkeit sollten Sie Ihre Materialien gut strukturieren, Verzeichnisse anlegen, Bildbeschreibungen nutzen, das Ziel eines Links definieren, Texte durch äquivalente Bilder ergänzen und eine intuitive Benutzung Ihres e-Learning fördern.
Robustheit Informationstechnologie ist dann robust, wenn sie sowohl mit aktueller als auch mit zukünftiger Technik funktioniert. Hilfsmittel und assistive Technologien, mit denen Menschen mit Behinderung arbeiten, werden laufend weiterentwickelt, allerdings sind nicht alle Nutzer mit der jeweils aktuellsten Version ausgestattet. Daher ist es wichtig, Informationstechnologie standardkonform zu gestalten. Wählen Sie daher immer gängige Programme und Formate, die mit den meistgenutzten Technologien kompatibel sind.

 

 

Was muss barrierefrei gestaltet werden?

Alle Medien, die im e-Learning eingesetzt werden, müssen den oben genannten Anforderungen entsprechen und barrierefrei und damit zugänglich sein. Das fängt bei dem verwendeten Lernmanagementsystem an und schließt alle eingesetzten Medien und Materialien ein.

 

Das Informationsportal "Web ohne Barrieren" hält Informationen zu den verschiedenen Aspekten barrierefreien e-Learnings bereit:

  • Textdokumente, beispielsweise in den Formaten Microsoft Word, OpenOffice.org Writer oder PDF
  • Präsentationen, die mit Microsoft PowerPoint, OpenOffice.org Impress oder html-basiert erzeugt werden
  • Multimedia, wie zum Beispiel Video- und Audioelemente.