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SELFMADE stellt Potentiale des 3D-Drucks für Menschen mit Behinderung vor

3D-Drucker nutzen verflüssigtes Plastik, um daraus individuelle Produkte herzustellen – von wenige Zentimeter großen Vasen bis zum kompletten Auto aus dem Drucker. Die Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Technologie sind vielfältig. Im Projekt „SELFMADE“ untersuchen Forscher_innen der TU Dortmund nun die Einsatzmöglichkeiten der Technologie für Menschen mit Behinderungen.

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Menschen mit Behinderung kommen oft mit Standard-Produkten aus industrieller Erzeugung nicht gut zurecht. Sie sind vielfach auf individuell gefertigte Produkte und Hilfsmittel angewiesen. Doch diese sind teuer und eine Kostenübernahme kann lange dauern. Der 3D-Druck kann hier einen neuen Zwischenmarkt öffnen: Selbst ausgedruckte Güter sind individueller als ein Industrieprodukt, aber preiswerter als ein Hilfsmittel. Diesen „Zwischenmarkt“ will das Projekt SELFMADE untersuchen. Gemeinsam mit Klient_innen der AWO-Werkstatt, die die Produkte definieren, auswählen und selbst ausdrucken werden.

Am 15.5. luden Projektleiter Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse und Dr. Bastian Pelka von der Sozialforschungsstelle (sfs) über 40 Experten_innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu einem Stakeholder-Workshop in die sfs. Ihre Fragen dabei: Wo sind die Potenziale dieser neuen Technologie? Was geht das Projekt bereits richtig an und welche „Produkte“ ließen sich vielversprechend „drucken“?

In seinem Vortrag zur Darstellung aus Sicht der Klienten_innen stellte Thorsten Speckmann, Werkstattsprecher der AWO-Werkstatt, das erste Produkt des Projektes vor: Einen Becherhalter, mit denen es Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit besser gelingt, Becher, Tassen und kleine Flaschen zu nutzen. Das rot ausgedruckte Hilfsmittel verfügt außerdem über aufgeklebte Chips zur Sprachsteuerung: Berührt man diese mit einem Vorlesestift, „spricht“ dieser eine Bestellung aus. Etwa: „Ich hätte meinen Kaffee gerne mit Milch und Zucker“. Dieses Hilfsmittel aus dem 3D-Drucker kostet rund 2,50 EUR für Material und Energiekosten; der Druck dauert etwa 6 Stunden.

In Juni wird das Projekt einen offenen Maker-Space im Büro für Unterstützte Kommunikation am Dortmunder Hauptbahnhof einrichten. Dort wird es möglich sein, individuelle Hilfsmittel zu gestalten und auszudrucken.