Lernbehinderungen entstehen in Folge unzureichender Passung zwischen schulischen Lernanforderungen und den aktuellen Lernvoraussetzungen einzelner Lernender. Sie zeigen sich in langandauernden, umfänglichen und schwerwiegenden Lern- und Leistungsausfällen, welche die betroffenen Lernenden und ihre Eltern und Erziehungsberechtigten ebenso belasten wie die Klassengemeinschaft und die Lehrpersonen. Ohne gezielte und intensive Förderung droht diesen Kindern und Jugendlichen Schulversagen.
Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen machen mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus. Sie können integrativ im Gemeinsamen Unterricht oder in Förderklassen und in Förderschulen beschult werden. Sie brauchen unabhängig vom Lernort einen Unterricht, der gezielt auf ihre individuellen Stärken und Schwächen angelegt ist, in lebensbedeutsam zentralen Lernbereichen intensive Hilfen gewährt und den Heranwachsenden emotionale Ermutigung und soziale Unterstützung gewährt.
Unterricht für Lernende mit Lernbehinderungen ist zu verstehen als intensiver und hochgradig individualisierter Unterricht unter erschwerten Bedingungen, der im Spannungsfeld von Lern- und Entwicklungspsychologie, Didaktik und Methodik des Unterrichts und Fachdidaktik geplant, realisiert und reflektiert sein will. Zentrale Fragestellungen sind:
Durchgängig werden die Anforderungen thematisiert, die sich aus den Lernorten Allgemeine Schule und Förderschule und aus den Aufgaben Klassenunterricht und individuelle Förderung in Einzelarbeit und Kleingruppen ergeben.