Die Forderung nach Qualität in Bereichen der sozialen Rehabilitation ist politisch wie fachlich von wachsender Bedeutung. In den letzten Jahren tritt in der Diskussion um Qualität von Sozialer Arbeit der Trend zur Ökonomisierung sehr in den Vordergrund, zumal Qualitätsmanagement seine Genese in der Sachgüterproduktion hat. So war in den 1990er Jahren die Auffassung vorherrschend, dass soziale und personengebundene Dienstleistungen noch in Strukturen und unter Organisationsbedingungen erbracht werden, die den Erfordernissen einer modernen Dienstleistungsgesellschaft nicht entsprechen.
Mittlerweile haben die Träger der freien Wohlfahrtspflege diese Auffassung dahingehend gewendet, dass sie gemeinsame wie auch eigene Qualitätskonzepte entwickelt haben und zum Einsatz bringen. Gerade in Einrichtungen der sozialen Rehabilitation haben hinsichtlich der Organisation und Steuerung des Alltags deutliche Umbrüche und Umstrukturierungen stattgefunden, die auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren. Somit ist die Auseinandersetzung mit Fragen zu und Kriterien von Qualität zu einem wesentlichen Aspekt in Arbeitsfeldern der sozialen Rehabilitation geworden und gehört zum Kern professionellen Denken und Handelns .
Das Lehrgebiet Qualitätsmanagement wurde an der Fakultät Rehabilitationswissenschaften mit dem Ziel eingerichtet, Leitfragen und Anforderungen zur Steuerung und Konzeptionierung sozialer rehabilitationspädagogischer Arbeitsfelder in das Ausbildungscurriculum der angebotenen Studiengänge zu integrieren. Das Lehrgebiet setzt sich mit aktuellen Entwicklungen und Perspektiven von Qualitätsmanagement in rehabilitationspädagogischen Arbeitsfeldern auseinander und strebt eine reflektierte Auseinandersetzung mit Prinzipien von Qualitätsmanagement im pädagogischen Kontext an. Qualitätsmanagement ist fester Bestandteil im Diplomstudiengang Rehabilitation und Pädagogik bei Behinderung, im Bachelorstudiengang Rehabilitationspädagogik und in den schulischen Bachelorstudiengängen.