Download:


Vertr. Prof. Dr. Ingo Bosse
Campus Nord
Emil-Figge-Str. 50
Raum 4.419
Tel.: (+49)231 755-4570
(Sekretariat, Fr. Gotthardt)
Henrike Wiedemann;
Christopher Stecher
Die Tagung „Anschluss statt Ausschluss – (inklusive) Medienbildung an Förderschulen und im gemeinsamen Unterricht“ wird sich in Form von Vorträgen, einer Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften und einer Diskussion zwischen Expert(inn)en und Teilnehmenden mit vielfältigen Aspekten des Themas Medienbildung mit Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigen.
Inklusion und Teilhabe sind Herausforderung, Verpflichtung und Aufgabe einer sozialen Gemeinschaft, gegenüber allen Menschen von Geburt an bis ins Alter – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Fähigkeiten. Medien werden vielfach Potentiale für die Förderung gesellschaftlicher und bildungsbezogener Teilhabe zugeschrieben. Ein souveräner Umgang mit Medien wird immer mehr zur Grundkompetenz für Teilhabe und Gestaltungschancen in der demokratischen Gesellschaft. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass mangelnde Medienkompetenzen zu negativen Zuschreibungen führen können und auf diese Weise soziale Benachteiligung verstärken.
Die Vereinten Nationen sehen den Zugang zu und die Nutzbarkeit von modernen Informations- und Kommunikationsmedien als wesentlichen Bestandteil für die vollständige Umsetzung der Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Behinderung. In der Behindertenrechtskonvention der UN ist dem Thema Zugänglichkeit und Nutzbarkeit neuer Medien Artikel 9 gewidmet.
Die aktuelle Relevanz des Themas spiegelt sich in derTeilnahme renommierter Expertinnen und Experten an der Tagung wieder. So liegen u.a. Zusagen von Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesmedienanstalt NRW, Wolfgang Vaupel, Geschäftsführer der Medienberatung NRW, von den Wissenschaftlern und Buchautoren Prof. Dr. Nadia Kutscher, Dr. Achim Hättich (Zürich) und Jan-René Schluchter vor. Im Bereich der Unterstützten Kommunikation moderiert die bekannte ISSAC Referentin Ina Steinhaus. Dr. Birgit Eickelmann, National Research Coordinator der IEA-Studie ICILS 2013 (International Computer and Information Literacy Study) sowie Prof. Dr. Christian Bühler, Leiter des Instituts Technologie und Behinderung stellen sich als Experten den Fragen des Publikums.
Partizipation wie auch Inklusion sind Leitziele, die in zwei Richtungen weisen. Sie stellen Anforderungen sowohl an die Gesellschaft als auch an das Individuum:
a. Auf gesellschaftlicher Ebene geht es um die volle und wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderung - ihre Einbeziehung in die Gesellschaft. Dieses zentrale Ziel ist mit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen nochmals deutlich formuliert worden. Es geht darum „den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen zu fördern“ (Artikel 1).
b. Für den Einzelnen bedeutet Partizipation auch zugleich Selbstständigkeit. Damit ist das Individuum auch für sich selbst zuständig. Selbst-Zuständigkeit bedeutet, mit allen selbst verfügbaren persönlichen, materiellen und sozialen Kräften zur eigenen Lebensqualität beizutragen. Dazu bedarf es der Chancengerechtigkeit. Menschen mit Behinderung müssen barrierefrei die Möglichkeit erhalten, an Medienbildung zu partizipieren. Und dies bedeutet nicht darauf zu vertrauen, dass sie dann beim praktischen Medienumgang partizipatorische Fähigkeiten automatisch erlangen. Diese müssen gezielt gefördert werden.
Die Tagung „Anschluss statt Ausschluss – (inklusive) Medienbildung an Förderschulen und im gemeinsamen Unterricht“ befasst sich mit beiden Ebenen. Im Fokus stehen Möglichkeiten der gleichberechtigten und selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Medienbildung und zwar unabhängig vom Bildungsort. Daher präsentieren sich Förderschulen ebenso wie Schulen mit Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht, die außerschulische Medienpädagogik ebenso wie die Berufsschulen.
Zielgruppe dieser interdisziplinären Tagung sind Menschen mit und ohne Behinderungen, Studierende und Wissenschafler der Erziehungs- und Rehabilitationswissenschaften, der Medienpädagogik, der frühkindlichen Bildung, Lehrkräfte und Therapeuten von aller Schulformen, sowie Erzieher(innen).
Im Namen des gesamten Tagungsteams begrüße ich Sie herzlich am 23. März 2012 an der TU Dortmund!

Vertr. Prof. Dr. Ingo Bosse
-Tagungsleitung-
Medienbildung mit Menschen mit Behinderung stellt ein hoch aktuelles Thema dar. Die UN- Behindertenrechtskonvention spricht der Medienbildung erhebliches Potenzial für die Umsetzung gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu. Gerade die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die Arbeit mit digitalen Medien ein selbstverständlicher Teil schulischer Bildung geworden ist. Dennoch existieren weiterhin erhebliche Herausforderungen, dies gilt für Wissenschaft und Forschung ebenso wie für die Bildungspraxis an Förderschulen und im gemeinsamen Unterricht.
Nachdem die Bedeutung des Themas immer stärker ins Bewusstsein der (bildungs-)politisch Verantwortlichen rückt, soll ein Austausch darüber erfolgen, wie inklusive Medienbildung konkret umgesetzt und noch stärker verankert werden kann. Dies soll auf drei Ebenen erfolgen:
Ziel der Tagung ist es, innovative Praxiskonzepte vorstellen, um vor dieser Reflexionsfolie den wissenschaftlichen Diskurs zu stärken. Sie versteht sich als Forum für den Austausch über die Veränderung von Partizipationschancen für Menschen mit Behinderungen durch digitale Medien und über Möglichkeiten der Qualitätssicherung zielgruppenspezifischer Medienbildung. Sie möchte zur Vernetzung bestehender Angebote an Förderschulen und im gemeinsamen Unterricht, wie auch in der vor-, nach-, und außerschulischen Bildungspraxis beitragen.
Dabei soll die Praxis- und Begleitforschung ebenso zu Wort kommen, wie Schulen und Einrichtungen, die Gelegenheit haben, innovative Praxisbeispiele vorzustellen.
Termin: 23. März 2012
Veranstalter: TU Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Dortmund
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf
Kooperationspartner: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Münster;
Landschaftsverband Rheinland (LVR), Düsseldorf/Köln;
Medienberatung NRW
Veranstaltungsort: Technische Universität Dortmund, Emil-Figge-Str. 50
Zielgruppen: Lehrkräfte und Therapeuten von Förderschulen und von allgemeinen Schulen, Erzieherinnen und Erzieher, Studierende der Rehabilitationswissenschaften, der Erziehungswissenschaften und der Medienwissenschaften, Medienpädagog(inn)en, Wissenschaftler(innen) der Rehabilitations-, Erziehungs- und Medienwissenschaften
Geplante Teilnehmerzahl: 250

